Zurück in Europa

Zurück in Europa

22.05.2020 – Zurück in Europa

Am nächsten Morgen geht es früh los: wir haben ca. 2.500 bis 3.000 Kilometer vor uns. Durch Spanien und Frankreich geht es ohne Schikane. Alle Grenzübergänge sind offen und nicht besetzt – keine Kontrolle.

In Spanien übernachten wir auf einem Rastplatz. Neben der Tankstelle gibt es eine geöffnete Cafeteria. Wir fragen auf Englisch, ob wir auf dem LKW-Platz übernachten dürfen und ob es was zu essen gibt. Kein Problem. Als wir uns dann setzen, gibt es nichts zu essen, nur was Kaltes zum Trinken. Auch OK, dann machen wir uns Restepfanne mit Nudeln.

An der ersten Mautstelle in Frankreich zeigen wir einmal der Polizei unsere Pässe. Die beiden Polizisten sind aber nicht sonderlich daran interessiert. Von mir will der Polizist nur wissen, woher wir kommen, wohin wir fahren und wie man meinen Namen „Üwee“ ausspricht.

Die erste Übernachtung in Frankreich gleich nach der Grenze.

Eine Tafel verspricht keine 500 Meter vom Parkplatz entfernt ein altes Fort. Frank kennt es bereits von einem früheren Aufenthalt. Wir machen einen kleinen Spaziergang dorthin, während die Frauen das Essen vorbereiten.

Wir nehmen in beiden Ländern die Mautautobahnen. Dort herrscht wenig Betrieb. Nur um die Ballungszentren Barcelona und Lyon ist ein wenig mehr Verkehrsaufkommen.

Abends Essen wir gemeinsam und fallen dann todmüde ins Bett, um möglichst früh die restlichen 200 Kilometer zur Grenze und einen Großteil der Strecke in Deutschland hinter uns zu bringen.

25.05.2020 – Einreise nach Deutschland

Heute überqueren wir die deutsche Grenze. Wir fahren an die Kontrollstation und die erste Bemerkung des Polizisten: „Lassen Sie mich raten: sie heißen Mayer?“ Während der Passkontrolle ein paar Fragen „Woher kommen Sie?“ – „Wie lange waren Sie dort?“ und die Feststellung, dass unsere 4 Monate bei geplanten 2,5 Monaten nicht der Rekord wären. Dann wurde uns noch eine schöne Fahrt gewünscht und wir durften fahren. Birgit und Frank sind 10 Minuten früher über die Grenze gefahren und wurden durch gewunken.

Auf einem Rastplatz treffen wir noch unsere Zwickauer mit dem Unimog. Sie wollen noch eine Runde schlafen und dann weiter Richtung Heimat fahren.

Wir fahren die erste deutsche Tankstelle an und besprechen mit Birgit und Frank was wir weiter machen. Sie fahren doch nicht zu Ihrem Sohn, sondern gleich nach Hause. Wir haben inzwischen abgeklärt, dass wir zwei Wochen in Quarantäne müssen. Das heißt, keinerlei Kontakte und das WoMo nicht verlassen. Wir dürfen nicht einkaufen gehen und theoretisch nicht mal Wasser auffüllen, die Toilette leeren oder Duschen gehen.

Manne vom Wohnmobilstellplatz Bistro Voralbhalle in Heiningen hat uns ab Dienstag sogar ausnahmsweise einen Stellplatz reserviert. Nach einem Telefonat mit dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt in Göppingen benötigen wir aber von der Gemeinde Heiningen eine ausdrückliche Genehmigung, dort unsere Quarantäne zu verbringen. Das hätte eventuell auch noch geklappt. Aber uns erschien es nicht praktikabel, dort zwei Wochen ohne Duschen (das Hallenbad nebenan hat ja geschlossen) und mit fremder Versorgung zu leben.

Deshalb haben wir den einfacheren Weg gewählt und sind erstmal nach Krummbek zu unserem Neffen mit Familie gefahren. Dort sind wir ja auch gemeldet. Auf dem großen Hof lebt es sich viel einfacher und wir können uns auch im Haus aufhalten.

Nach dem Abschied von Frank und Birgit vor Frankfurt trennen sich unsere Wege. Wir fahren über die A5 und die A7 Richtung Norden. Noch eine Übernachtung, dann sind wir „zu Hause“.

26.05.2020 – Herzlicher Empfang in Krummbek

Um 17 Uhr haben wir es dann geschafft. Wir fahren auf den „Hippiehof“ in Krummbek ein und werden schon sehnsüchtig erwartet und mit Jubel und Luftballons empfangen.

Später dann noch ein schöner Grillabend mit einem Gläschen Wein in der familiären Runde.

27.05.2020 – Meldung beim Gesundheitsamt

Ich rufe gleich morgens bei der Gemeinde Krummbek an um uns zur Quarantäne anzumelden. Dort werden wir an die an die Kreisverwaltung Plön verwiesen. Die leiten uns dann an das Gesundheitsamt weiter.

Dort wurde uns bestätigt, dass wir uns für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen. Auf die Frage, ob wir genug Lebensmittel eingekauft hätten, erklärte ich, dass unsere Familie uns mitversorgt. Die Antwort „Das ist ja schön“ ist gefolgt von der Erklärung, dass wir nun 2 Wochen keine Kontakte zu Fremden halten sollen. Wir dürften uns im Haus, im Hof und im Garten aufhalten. Auch ein Gespräch mit den Nachbarn wäre mit 2 Metern Abstand erlaubt. Ich kläre dann noch einmal, dass die Frist doch wohl am 21.05. beginnt, da wir uns seit diesem Tag in Spanien und Frankreich aufgehalten haben und von dort nach Deutschland eingereist sind. Bei der Einreise aus den beiden Ländern herrscht ja keine Quarantänepflicht.

Die nette Dame vom Gesundheitsamt bestätigt das und teilt mir mit, dass unsere Quarantäne bis zum 04. Mai dauert und wir uns ab dem 5. Mai wieder frei bewegen dürfen.

Ich wurde bei keiner Behörde nach meinem Namen oder Adresse gefragt, habe also nur meinen Namen zu Beginn des Telefongesprächs genannt. Und Mayer dürfte es auch hier im Kreis mehrere geben.

Genug zu tun habe ich noch, denn die VHS möchte meine Fotokurse und Workshops Online anbieten. Dazu mache ich gerade die Struktur und die Ausschreibungen. Ab August wird es also Online-Fotokurse und -Workshops von mir geben. Auch nicht schlecht. Kann ich noch mehr machen als bisher, denn diese Art von Weiterbildung kann ich von überall aus anbieten.

Und nicht zu vergessen unsere Videos – ich bin gerade dabei die „60 Tage in Marrakech“ zu schneiden und wir bereiten auch schon das Video zu unserer „Heimreise“ vor.

Es gibt viel zu tun – packen wir es an.

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2 Kommentare

Gerd Veröffentlicht am19:28 - 27. Mai 2020

Spannender Bericht. Wie verständigt Ihr Euch in Kummbek. Wir Schwaben können doch alles ausser Hochdeutsch 🤣🤣🤣. Wir werden ab dem 11.Juni auch die Ostsee unsicher machen. Euch weiterhin alles Gute. Grüßle aus Heilbronn.
Gerd

    web22323336 Veröffentlicht am22:21 - 27. Mai 2020

    Unser Neffe bei dem wir wohnen ist auch aus dem Ländle und wohnt seit über 20 Jahren hier. Der übersetzt dann immer für uns. 🙂

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