Seit 8 Monaten unterwegs - fast 20.000 KM gefahren - 13 Länder bereist

Herzlich willkommen auf unsere Webseite. Hier erfahrt Ihr alles über unser Lebensprojekt "Leben im Wohnmobil". Seit dem dem 30. Juni 2019 haben wir keinen festen Wohnsitz mehr und ziehen mit dem Wohnmobil durch Deuschland und Europa.

Unser fahrendes "Haus"

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Unser Weg

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Kochen im Wohnmobil

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Was bieten wir sonst noch

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Einige Sprüche und Meinungen, die uns gesagt oder geschrieben wurden

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Alles Gute für Euer spannendes Vorhaben. Mit Deiner Energie bist Du eine wahre Inspiration und immer wieder gelingt es Dir, Dich neu zu erfinden. Ich staune und freue mich darüber.

Hannah Meedt - VHS-Fotoclub Göppingen

Unser aktueller BLOG

Hier die drei letzten Posts

Zurück in Europa

22.05.2020 – Zurück in Europa

Am nächsten Morgen geht es früh los: wir haben ca. 2.500 bis 3.000 Kilometer vor uns. Durch Spanien und Frankreich geht es ohne Schikane. Alle Grenzübergänge sind offen und nicht besetzt – keine Kontrolle.

In Spanien übernachten wir auf einem Rastplatz. Neben der Tankstelle gibt es eine geöffnete Cafeteria. Wir fragen auf Englisch, ob wir auf dem LKW-Platz übernachten dürfen und ob es was zu essen gibt. Kein Problem. Als wir uns dann setzen, gibt es nichts zu essen, nur was Kaltes zum Trinken. Auch OK, dann machen wir uns Restepfanne mit Nudeln.

An der ersten Mautstelle in Frankreich zeigen wir einmal der Polizei unsere Pässe. Die beiden Polizisten sind aber nicht sonderlich daran interessiert. Von mir will der Polizist nur wissen, woher wir kommen, wohin wir fahren und wie man meinen Namen „Üwee“ ausspricht.

Die erste Übernachtung in Frankreich gleich nach der Grenze.

Eine Tafel verspricht keine 500 Meter vom Parkplatz entfernt ein altes Fort. Frank kennt es bereits von einem früheren Aufenthalt. Wir machen einen kleinen Spaziergang dorthin, während die Frauen das Essen vorbereiten.

Wir nehmen in beiden Ländern die Mautautobahnen. Dort herrscht wenig Betrieb. Nur um die Ballungszentren Barcelona und Lyon ist ein wenig mehr Verkehrsaufkommen.

Abends Essen wir gemeinsam und fallen dann todmüde ins Bett, um möglichst früh die restlichen 200 Kilometer zur Grenze und einen Großteil der Strecke in Deutschland hinter uns zu bringen.

25.05.2020 – Einreise nach Deutschland

Heute überqueren wir die deutsche Grenze. Wir fahren an die Kontrollstation und die erste Bemerkung des Polizisten: „Lassen Sie mich raten: sie heißen Mayer?“ Während der Passkontrolle ein paar Fragen „Woher kommen Sie?“ – „Wie lange waren Sie dort?“ und die Feststellung, dass unsere 4 Monate bei geplanten 2,5 Monaten nicht der Rekord wären. Dann wurde uns noch eine schöne Fahrt gewünscht und wir durften fahren. Birgit und Frank sind 10 Minuten früher über die Grenze gefahren und wurden durch gewunken.

Auf einem Rastplatz treffen wir noch unsere Zwickauer mit dem Unimog. Sie wollen noch eine Runde schlafen und dann weiter Richtung Heimat fahren.

Wir fahren die erste deutsche Tankstelle an und besprechen mit Birgit und Frank was wir weiter machen. Sie fahren doch nicht zu Ihrem Sohn, sondern gleich nach Hause. Wir haben inzwischen abgeklärt, dass wir zwei Wochen in Quarantäne müssen. Das heißt, keinerlei Kontakte und das WoMo nicht verlassen. Wir dürfen nicht einkaufen gehen und theoretisch nicht mal Wasser auffüllen, die Toilette leeren oder Duschen gehen.

Manne vom Wohnmobilstellplatz Bistro Voralbhalle in Heiningen hat uns ab Dienstag sogar ausnahmsweise einen Stellplatz reserviert. Nach einem Telefonat mit dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt in Göppingen benötigen wir aber von der Gemeinde Heiningen eine ausdrückliche Genehmigung, dort unsere Quarantäne zu verbringen. Das hätte eventuell auch noch geklappt. Aber uns erschien es nicht praktikabel, dort zwei Wochen ohne Duschen (das Hallenbad nebenan hat ja geschlossen) und mit fremder Versorgung zu leben.

Deshalb haben wir den einfacheren Weg gewählt und sind erstmal nach Krummbek zu unserem Neffen mit Familie gefahren. Dort sind wir ja auch gemeldet. Auf dem großen Hof lebt es sich viel einfacher und wir können uns auch im Haus aufhalten.

Nach dem Abschied von Frank und Birgit vor Frankfurt trennen sich unsere Wege. Wir fahren über die A5 und die A7 Richtung Norden. Noch eine Übernachtung, dann sind wir „zu Hause“.

26.05.2020 – Herzlicher Empfang in Krummbek

Um 17 Uhr haben wir es dann geschafft. Wir fahren auf den „Hippiehof“ in Krummbek ein und werden schon sehnsüchtig erwartet und mit Jubel und Luftballons empfangen.

Später dann noch ein schöner Grillabend mit einem Gläschen Wein in der familiären Runde.

27.05.2020 – Meldung beim Gesundheitsamt

Ich rufe gleich morgens bei der Gemeinde Krummbek an um uns zur Quarantäne anzumelden. Dort werden wir an die an die Kreisverwaltung Plön verwiesen. Die leiten uns dann an das Gesundheitsamt weiter.

Dort wurde uns bestätigt, dass wir uns für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen. Auf die Frage, ob wir genug Lebensmittel eingekauft hätten, erklärte ich, dass unsere Familie uns mitversorgt. Die Antwort „Das ist ja schön“ ist gefolgt von der Erklärung, dass wir nun 2 Wochen keine Kontakte zu Fremden halten sollen. Wir dürften uns im Haus, im Hof und im Garten aufhalten. Auch ein Gespräch mit den Nachbarn wäre mit 2 Metern Abstand erlaubt. Ich kläre dann noch einmal, dass die Frist doch wohl am 21.05. beginnt, da wir uns seit diesem Tag in Spanien und Frankreich aufgehalten haben und von dort nach Deutschland eingereist sind. Bei der Einreise aus den beiden Ländern herrscht ja keine Quarantänepflicht.

Die nette Dame vom Gesundheitsamt bestätigt das und teilt mir mit, dass unsere Quarantäne bis zum 04. Mai dauert und wir uns ab dem 5. Mai wieder frei bewegen dürfen.

Ich wurde bei keiner Behörde nach meinem Namen oder Adresse gefragt, habe also nur meinen Namen zu Beginn des Telefongesprächs genannt. Und Mayer dürfte es auch hier im Kreis mehrere geben.

Genug zu tun habe ich noch, denn die VHS möchte meine Fotokurse und Workshops Online anbieten. Dazu mache ich gerade die Struktur und die Ausschreibungen. Ab August wird es also Online-Fotokurse und -Workshops von mir geben. Auch nicht schlecht. Kann ich noch mehr machen als bisher, denn diese Art von Weiterbildung kann ich von überall aus anbieten.

Und nicht zu vergessen unsere Videos – ich bin gerade dabei die „60 Tage in Marrakech“ zu schneiden und wir bereiten auch schon das Video zu unserer „Heimreise“ vor.

Es gibt viel zu tun – packen wir es an.

Es tut sich was – wir kommen heim

17.05 bis 24.05.2020

Die angekündigten Fähren am 19.05 nach Genua und die am 21.05. nach Malaga scheinen zu funktionieren. Es heißt dann, dass die Fähre der GNV von TangerMed nach Genua sicher fährt.

Mit einer schriftlichen Genehmigung der deutschen Botschaft kann man sich mit dem Fahrzeug aus dem Süden nach TangerMed in den Norden bewegen. Ein Stempel von der örtlichen Verwaltung (Polizei, Pascha) ist noch nötig. Diese von der niederländischen und deutschen Botschaft organisierte Fähre fährt dann auch wirklich ab. Preis 1.200 Euro für die einfache Überfahrt. Die Buchung erfolgt durch Vorauszahlung.

Parallel tut sich auch was zu der von uns favorisierten Fähre am 21.05. nach Malaga im Süden Spaniens der spanischen Fährgesellschaft BALEARIA. Preis soll je nach Auslastung zwischen 200 und 500 britischen Pfund liegen.

Mit einer E-Mail haben wir uns ja schon am 15.05.2020 dafür beworben inklusive Kopien der Pässe, Fahrzeugpapiere, Visum und vorhandenen Fährtickets. Auf die Fähre sollen zuerst britische Bürger ein Anrecht haben. Weitere Plätze werden dann mit Deutschen gefüllt. Sollte noch Platz sein, können auch andere Nationalitäten mit aufs Schiff.

Wir bekommen dann auch eine neue Durchfahrtsbescheinigung, die auch ohne direkte Fährbuchung gültig ist. Das soll die Bestätigung sein, dass wir auf der ominösen Liste stehen. Dies bedeutet, wir sind für einen Platz auf der Fähre eingetragen. So die Theorie.

18.05.2020 & 19.05.2020 – Die Fähre nach Malaga wird realistisch

Dann wird es nochmal hektisch für uns. Denn plötzlich kommt die Ansage, dass sich alle per WhatsApp bei Herrn Jörg Grotjohann, dem Kulturattachè der deutschen Botschaft melden sollen, die auf die Fähre wollen. Darin sollen alle persönlichen Daten enthalten sein, inklusive Kreditkartendaten.

Die Verwirrung ist nun perfekt. Die beiden WhatsApp Gruppen laufen über mit Fragen und Unmutsäußerungen. Wir haben doch bereits alles per E-Mail geschickt. Aber es hilft nichts. Jeder Fährwillige sendet seine Daten an Herrn Grotjohann. Die Daten der Kreditkarte ohne die Sicherheitsnummer auf der Rückseite. Diese möchte Herr Grotjohann telefonisch abfragen. Für uns kein Problem, wir haben ja eine marokkanische Sim-Karte. Andere haben da schon mehr Probleme. 

Herr Grotjohann ist inzwischen in TangerMed um den Ablauf der Fährbuchungen für die Fähre nach Genua zu koordinieren. Er bleibt auch dort bis die zweite Fähre (unsere) am 21.05. geht.

Es stellt sich schnell heraus, dass die Telefonaktion nicht praktikabel ist. Live kriegen wir mit, wie auf unserem Stellplatz der Familie Schatz ein Ehepaar angerufen wird. Sie diskutieren ca. 30 Minuten mit Herrn Grotjohann, ob sie nun mitwollen oder nicht. „Es ist doch so schön hier“ … gefolgt von der Lebensgeschichte und letztendlich der Übermittlung der Kreditkartendaten inklusive der Sicherheitsnummer. Oli sagt noch: schnell einen Stift und mitschreiben 😊.

In den WA-Gruppen geht es auch wieder ab: „wie, es geht eine Fähre?“, „Seid ihr auf der Liste“, „mich hat noch keiner angerufen“, „wie komme ich nach TangerMed?“, „wo gibt es die Fahrgenehmigungen?“ … 

Ich möchte nicht wissen, wie viele Anrufe und WA-Nachrichten Herr Grotjohann in diesen Tagen erhalten hat. Als wir dann am 19.05. gegen 20 Uhr noch keinen Anruf erhalten haben, schreiben auch wir eine kurze Nachricht an ihn. Wahrscheinlich auch gut so, denn wenige Minuten später kommt der Anruf wegen der Sicherheitsnummer der Kreditkarte. Gepackt haben wir schon. Der Smart ist auf dem Hänger. Alles abfahrbereit für morgen früh.

Was uns noch fehlt ist der Stempel vom Pascha vor Ort, der die Abreise von Marrakech frei geben muss. Wir entschließen uns ohne diesen Stempel los zu fahren. Wir sind keine 20 KM von der Autobahn entfernt und kennen einen Schleichweg um die Kontrollen. Einmal auf der Autobahn interessiert der Stempel eh keinen mehr.

20.05.2020 – Ab nach Tanger

Um 9 Uhr geht es dann los auf die 600 Kilometer lange Strecke nach Tanger. Maren und Ralf fahren auch mit sowie Harry und Marion. Beide haben allerdings langsame Kisten – Kurzhauber und Unimog. Sie fahren also schon früher los.

Wir fahren zusammen mit Birgit und Frank mit ihrem Pössl-Kastenwagen. Die Fahrt verläuft auch ohne Zwischenfälle. Wir fahren die letzte Tankstelle vor dem Hafen an, tanken voll (für 0,79 Euro pro Liter Diesel) und übernachten auch hier.

Da wir noch keine schriftliche Bestätigung der Tickets haben, schreiben wir nochmals eine WhatsApp an Herrn Grotjohann. Der schreibt zurück, dass die Bestätigung von BALEARIA evtl. auch nicht mehr kommt, wir und Birgit/Frank aber definitiv auf der Liste stehen. Wir kriegen unsere Bestätigung dann irgend wann in der Nacht: 650 Euro für eine einfache Überfahrt nach Malaga. Birgit und Frank bekommen keine Bestätigung.

Nach einem gemeinsamen „Vesper“ gehen wir auch früh ins Bett.

21.05.2020 – Auf die Fähre

Um 8 Uhr fahren wir los um die letzten 25 KM bis zum Hafen hinter uns zu bringen.

In TangerMed angekommen, heißt es erstmal sich in die Schlange am Ticketschalter der BALEARIA stellen. Natürlich im gebührenden Abstand von 1,50 m und mit Maske. Das dauert dann fast zwei Stunden. Zum Glück stehen alle unter einem großen Dach im Schatten. Ticket für alle problemlos.

Herr Grotjohann von der Botschaft wartet an der Absperrung und steht geduldig für Fragen und Problemfälle zur Verfügung.

Dann geht es weiter durch Kontrollen von Pass und Fahrzeugpapieren – Drogenkontrolle mit Hunden – das Auto wird mit einem Wärmescanner durchleuchtet – nochmals Drogenkontrolle – wieder Hunde …

Vom Wohnmobil will keiner was. Aber unser Smart scheint den Zöllnern zu gefallen. Alles aufmachen. Die Schweller unter beiden Türen erweckt ihr Interesse. Klopfen von unten und oben mit dem Hammer, Spachtel um die Abdeckung anzuheben – der Chef kommt und das Gleiche von vorne. Als dann alles OK zu sein scheint, dürfen wir weiter. 

Dann nochmals kurze Kontrolle auch wieder mit Hunden und ich muss unsere Box auf dem Hänger öffnen. Nur ein kurzer Blick reicht aber und wir dürfen weiter. Nächste Aktion Fieber messen und Ticket vorzeigen.

Entgegen aller Befürchtungen ist die Auffahrt völlig problemlos. Zum ersten Mal sitzen wir bei der Auffahrt auf die Rampe nicht auf. Wir fahren den steilen Weg auf das Mitteldeck, drehen dort und stehen gegen die Fahrtrichtung fast als erstes Fahrzeug an der Ausfahrt.

Die Sitze in Doppelreihen dürfen nur einzeln besetzt werden. Trotzdem scheint es zu reichen. Obwohl die Aktion uns nicht ganz einleuchtet. Später setzen wir uns dann zusammen und erklären, dass wir ein Ehepaar sind. Wird dann auch akzeptiert.

Maren und Ralf stoßen dann zu uns und wir essen Sandwiches vom Bordservice. Schmeckt besser als es aussieht, dazu einen guten Espresso.

Nach vier Stunden Fahrt und Zeitumstellung auf MEZ (2 Stunden vorwärts) kommt es zu einer Wartezeit von mehr als einer Stunde nach dem Anlegen. Uns ist nicht klar warum. Es gibt Gruppeneinweisungen ans Personal. Nichts geht weiter. Wir dürfen noch nicht zu den Fahrzeugen, obwohl die Fähre schon fest verzurrt ist. Alle müssen sich in die Sitze setzen und warten. Wir stellen uns dann doch ein paar Fragen:
Corona auf der Fähre ausgebrochen? 
Neue Anweisungen von der Regierung?

Um 21 Uhr Ortszeit fahren wir endlich von der Fähre, um dann nochmals drei Stunden zu warten, bis alle Kontrollen seitens der spanischen Zöllner durchlaufen sind und wir aus dem Hafen fahren dürfen.

Vorher gibt es noch eine Durchfahrtsbescheinigung für Spanien in 2-facher Ausführung zum Ausfüllen.

Eine abgestempelte Bescheinigung bekommen wir bei der Ausfahrt aus dem Hafen bei der Passkontrolle wieder ausgehändigt.

Und dann kann es los gehen – in die „europäische Freiheit“ und zum nächsten Übernachtungsplatz. Birgit und Frank sind schon vor uns dran gewesen. Sie haben mehrfach versucht auf uns zu warten, wurden aber überall wieder weggeschickt in Richtung Hafen-Ausfahrt.

Sie sind dann einfach schon mal vorgefahren und haben auf der Autobahn auf uns gewartet. Auf dem Stellplatz stehen schon Fahrzeuge und es kommen in der Nacht nochmal 20 bis 30 hinzu: Deutsche, Engländer, Niederländer und Franzosen bunt gemischt.

Wir werfen alles zusammen, was der Kühlschrank hergibt und fallen dann ziemlich fertig um zwei Uhr ins Bett.

01.05. bis 17.05.2020 – Marrakech

50 Tage Ausgangssperre

Pool

Es passiert gerade nicht viel. Wir gehen jeden Tag in den Pool – manchmal auch mehrmals. Bei 26 bis 35 Grad im Schatten eine tolle Sache.

Dazu gibt es ein schönes YOUTUBE-Video:

https://youtu.be/afUXNih2TQo

Essen

Bei der Hitze kochen wir nicht jeden Tag so aufwändig. Gestern haben wir uns ein tolles Stück Rinderfilet in einer kleinen Metzgerei besorgt –  je 4 Minuten pro Seite auf dem Grill und 10 Minuten Ruhen – medium to rare – nur mit Salz und Pfeffer. Dazu Kartoffeln aus dem Backofen in dünne  Scheiben geschnitten und mehrmals gewässert, damit die Stärke raus geht. Dann nur in den Backofen mit Öl bestrichene und sie werden schön cross.

Alkohol

Am 5. Mai gehen wir wieder im CARREFOUR einkaufen. Haben immer noch keine Papiere, will aber auch niemand sehen. Die meisten Menschen tragen Mundschutz und halten den Abstand von 1,50 m ein. Heute müssen wir auch nicht anstehen. Nicht so viel los.  

Probleme haben wir nur beim Zugang zum Alkohol-Bereich des Marktes. Der Sicherheitsbeamte will von uns was sehen. Wir denken es ist die Genehmigung zum Einkaufen. Die haben wir nicht. Nach uns kommen auch noch Deutsche, die auch rein wollen. Die haben sogar diesen Wisch. Aber der reicht nicht. Sie wollen die Pässe sehen. Ah, wir haben die sogar dabei. Aber wieder werden wir abgewiesen.  Einlass nur mit marokkanischem Pass.

Häh? Während des Ramadans dürfen die doch darf keinen Alkohol trinken?
Ja, total unlogisch. Aber vielleicht haben wir auch was falsch verstanden. Ist auch nicht so wichtig.

Dann werden wir in ein paar Tagen mit Aicha nochmal einkaufen fahren. Entweder kann sie uns mit reinnehmen oder sie besorgt uns eben ein paar Flaschen. Ups – ein Déjà-vu! Ist ja wie als Jugendlicher, als man jemand über 18 in den Schnapsladen schickt zum Stoff besorgen 😊.

Video Nr. 46 fertig – Tafraout

Wir haben ja Zeit und arbeiten an unseren Videos. Diesmal geht es um die Fahrt und unseren Aufenthalt in Tafraoute mit den ersten ernsthaften Einschränkungen wegen Covid-19.

Immer wieder neue Gäste auf dem Stellplatz

Jetzt treffen täglich neue Gäste ein. Manche bleiben nur eine Nacht und fahren dann weiter in den Norden in Richtung Hafen, manche bleiben und genießen die Annehmlichkeiten hier.

Gruppenfoto zur Erinnerung

Heute habe ich ein kleines Fotoshooting angesetzt: ein Gruppenfoto zur Erinnerung. Ich hole sogar meine CANON 5D mit Blitz und Stativ aus der Versenkung. Dazu noch ein Schutz vor der Sonne. Jetzt kann es los gehen.

Treff 10 Uhr vorn den Wohnmobilen mit allen Anwesenden auf dem Gelände: Den Campern Oli, Birgit und Frank, Heidi und uns beiden, Aicha und Reinhard, Halima (Tante von Aicha) mit Ihrer Tochter und die gute Seele, der „Hausmeister“ Hussein.

Aicha schleppt noch als Überraschung Koffer voller arabischer Kleidung an, für ein Foto in Landestrachten. Dann noch ein Foto „Peter Lustig trifft Thomas Gottschalk“ und Oli auf dem Stahlkamel. Der Vormittag hat uns allen viel Spaß gemacht.

Wok für alle

Heute kümmere ich mich ums Essen: es gibt asiatisch mit grünem Curry – Gemüse und Hühnchen. Alles dafür gibt es im Carrefour. Oli spendiert den Basmatireis dazu. Alle fanden es „guud saaf“, Tini fand es „seh saaf“, fast „zu saaf“.

Bei der Menge habe ich mich allerdings etwas verschätzt. So gibt es am übernächsten Tag nochmal asiatisch mit dem Rest Reis, den wir anbraten.   

Nächtliche Ruhestörung

Uns stört es eigentlich gar nicht, im Gegensatz zu den anderen Campern: das nächtliche Konzert der Kröten und Frösche im Teich. Es wird gebalzt, was das Zeug hergibt.

Einkauf im Carrefour

Alle paar Tage gehen wir einkaufen. Entweder in den Carrefour oder in kleine Läden am Straßenrand. Unser Fleisch holen wir bei einem heimischen Metzger.

Wir wollen im Carrefour noch einmal versuchen, in die abgetrennte Alkohol-Abteilung rein zu kommen. Diesmal ist der Versuch auch von Erfolg gekrönt. Aicha erzählt uns, dass Läden und Abteilungen mit Alkoholverkauf normalerweise 6 Wochen im Jahr geschlossen haben – eine Woche vor bis eine Woche nach dem Ramadan. Wegen der Corona-Krise und der vielen Franzosen im Land, bleiben die Abteilungen jetzt aber geöffnet – zutritt aber nur für Europäer.

Die Auswahl an alkoholischen Getränken ist sehr groß. Wir kaufen nur ein paar Flaschen marokkanischen Rose. Der Sicherheitsbeamte beim ersten Versuch vor ein paar Tagen hatte sicherlich die Vorgabe falsch verstanden und die Europäer ausgesperrt, statt die Einheimischen.

12.05.2020

Spagetti Bolognese

Wieder mal habe ich mich um das Essen gekümmert. Diesmal italienisch – Spagetti Bolognese. Auch wieder mal zu viel, so dass es am nächsten Tag bei uns Rigatoni al Forno gibt.  

13.05.2020

Starker Sturm

Heute hat es einen richtigen Sturm mit starken Böen gegeben. Wir mussten sogar unsere Markise einfahren. Gerade noch rechtzeitig, bevor es Schäden gibt. Zu viert haben wir die Stützen und die Markise gehalten, damit nichts wegfliegt.

Da wir zu spät die Türe vom WoMo geschlossen haben, hat sich überall der Sank im Innern verbreitet.

Hoffnung auf neue Fähre

Heute bringt eine Nachricht wieder „Schwung in die Posts“. Die britische Botschaft hat eine Fähre von Tanger nach Algeciras organisiert, die am Donnerstag um 15 Uhr morgens gehen soll.

Diese Hoffnung wurde ein paar Stunden später wieder zerstört – wegen des schlechten Wetters wird die Fähre verschoben.

Ich habe den deutschen Botschafter angeschrieben und sogar innerhalb zwei Stunden eine Antwort erhalten. Die Briten haben tatsächlich eine Fähre und wohl auch die Genehmigung dafür. Wenn alle Briten gebucht haben und noch Plätze frei sind, würden auch andere Europäer mitgenommen werden. Wir haben uns mal darauf „beworben“, aber mit wenig Hoffnung auf Erfolg. Denn ich gehe immer noch davon aus, dass an die 1.000 deutsche Wohnmobile in Marokko sind und Heim wollen. Neben dreimal so viel Franzosen dürften nochmals 300 Camper mit unterschiedlichen Nationalitäten im Land sein. Aber wieder mal stirbt die Hoffnung zuletzt.

Ein paar Tage später stelle ich eine Presseanfrage bei der Deutschen Botschaft in Berlin und erhalte eine erstaunliche Rückmeldung: Es sind wohl nur noch ca. 120 bis 150 deutsche Wohnmobile in Marokko. Eine Rückfrage zur Absicherung der Meldung bei Maren ergibt, dass diese Zahl realistisch ist.

Die geringe Zahl der deutschen Wohnmobile mindert den Druck auf die Regierung, obwohl scheinbar noch Verhandlungen und Aktionen im Hintergrund laufen.

Aktuelle Situation

Uns geht es immer noch sehr gut hier. Aber langsam wollen wir einfach zurück nach Deutschland. Das ewige Hin und her zermürbt uns langsam aber sicher. Wir hätten weniger ein Problem damit, wenn es einen festen Starttermin für die sichere Ausreise geben würde. Auch wenn dieser erst in 4, 6 oder 8 Wochen wäre – besser als diese Ungewissheit und das andauernde hin und her.  

Eine Fähre nach Sete voll mit französischen Fahrzeugen und immerhin 2 deutschen Notfällen ging gestern ab. Die vier weiteren noch geplanten Fähren nach Sete (Frankreich) und Genua (Italien) sind inzwischen alle erstmal gecancelt oder zumindest um 2 Wochen verschoben.

Wir warten jetzt erstmal auf den 15. und 24. Mai, was sich in Spanien bei den Einreisesperren ändert, bzw. wie lange die Einschränkungen verlängert werden. Interessant wird es auch am 20. Mai, wenn Marokko bekannt gibt, wie sie weiter verfahren mit ihren Restriktionen im Land und den Grenzen. 

Egal was sich tut. Vor Anfang Juni rechnen ich nicht mit großen Änderungen. Sollten die Fähren nach Europa ihren Betrieb wieder aufnehmen, dauert es auch noch einige Wochen, bis der „Camper-Stau“ abgebaut wird. Realistisch rückt der Termin für eine Heimkehr nach Deutschland eher in den Juli.

Manch andere Mitcamper sehen das anders. Vor allem Reinhard vom Campingplatz ist der Meinung, dass sich ab dem 15 Mai alles ändert. Spanien und Marokko öffnet seine Grenzen und die Fähren fahren wieder. Ich halte das für eine unrealistische Wunschvorstellung.

Dann eine Mail vom Botschafter:

Hallo und guten Tag!

Eilig und kurzfristig – soeben Anruf britische Botschaft:

Es wird morgen 15.00 Uhr eine Fähre von Tanger Med nach Algeciras gehen – die britische Botschaft bietet uns kurzfristig Plätze auf dieser Fähre für Camping Cars an. Als Preis wurde mir angegeben: zwischen 550 britische Pfund (wenn es bei der geringen – bislang nur britischen – Auslastung der Fähre bleibt und 200 britische Pfund wenn die Fähre ganz voll wird. Realistischerweise muss man wohl mit einem Preis dazwischen ausgehen. Es handelt sich nicht um ein Ticket von Balearia und nicht um ein Ticket von GNV.

Es muss nur jetzt sehr schnell gehen mit Ihrer Entscheidungsfindung: ich muss noch heute Morgen/Mittag die Personen (und Fahrzeuge), die das Angebot wahrnehmen wollen und können, benennen. Dabei spielt natürlich infolge der extremen Kurzfristigkeit bis zum geplanten Ablegen der Fähre (15.00 Uhr morgen 14.05. Nachmittag) die Entfernung vom jetzigen Standort eine Rolle.  

Ich bitte, mich so schnell wie möglich, spätestens bis 13.00 Uhr, zu informieren, wenn Sie morgen mitfahren möchten und können.

Bitte nur Antwort bei Entscheidung „Ja“ – und bitte keine Kommentare über Kurzfristigkeit/Unmöglichkeit/Ticketduplizität – diese morgige Gelegenheit ist nicht die von uns angestrebte belastbare Lösung für alle, an der arbeiten wir weiter mit Hochdruck – diese Offerte für morgen ist eine zusätzliche, sich plötzlich ergebende Möglichkeit, die wir soweit es geht nutzen sollten.

Mit Dank und GrußJörg Grotjohann     

Wir haben dem Botschafter signalisiert, dass wir gerne ein Ticket erwerben würden. Ein paar Stunden später kommt dann die Antwort:

Hallo!
Die für morgen 14.05.  von GB-Botschaft heute Morgen verbindlich angekündigte Fähre (mit Mitnahmemöglichkeit für deutsche Camper) wurde eben (Anruf brit. Botschaft) verschoben auf Montag 18.05. 09.00 morgens. Angebot an DEU Botschaft, Liste mit ausreisewilligen deutschen Campern zu erstellen bleibt! Ich hoffe, Fähre wird durchgeführt, heutige Absage für morgen ist allerdings kein gutes Zeichen. Sorry für dieses kurzfristige Hin-und-Her, das DEU Botschaft nicht zu verantworten hat und das zeigt, wie komplex und problembeladen die Angelegenheit ist. Ich nehme Zusagen für die GB-Fähre weiterhin entgegen, gern jetzt auch aus weiter entfernten Standorten.
Viele Grüße JG

Das Fähren-Roulette geht weiter

Inzwischen ist die Fähre nach Algeciras nochmals auf den 21.05. verschoben und das Ziel auf Malaga geändert worden.  Dazu wieder ein Mail der Botschaft mit guten Nachrichten:

Hallo und Guten Tag!
Die Ereignisse überstürzen sich – ich informiere Sie über die Ergebnisse der Bemühungen insbesondere der deutschen, der niederländischen und der britischen Botschaft in den letzten 24 Stunden:

  1. Die Fähre Intershipping 18.05. Tanger Med – Algeciras (britische Botschaft) fällt weg !
  2. Es wird (letzte Genehmigung steht noch aus) eine Fähre GNV 19.05. Tanger Med – Genua (niederländische und deutsche Botschaft) geben !
  3. Es ist eine Fähre Balearia 21.05. Tanger Med – Malaga (britische und deutsche Botschaft) geplant !

Wir arbeiten gemeinsam mit den entsprechenden genannten Botschaften an der Ticketvergabe von/mit GNV und Balearia. Bei GNV läuft das Ansprechen der Inhaber von GNV-Tickets bereits an.  

 Für beide Fähren, insbesondere auch für die Genehmigungen zum vorgeschalteten Transfer nach Tanger Med, haben wir eine Liste der deutschen Botschaft zugrunde gelegt, die wir nach Ihrer Meldung, das Land jetzt (und nicht erst nach Beendigung der Grenzschliessung) mit Ihrem Wohnwagen/Fahrzeug verlassen zu wollen, angefertigt haben.

Die geplanten Fährtermine sind extrem kurzfristig, die Festsetzung dieser Termine entspringt Vorgaben/Hemmnissen auf Seiten der Hafen-Staaten bzw. der Reedereien. Um einen schnellen Transfer nach Tanger Med zu gewährleisten hat sich die deutsche Botschaft dafür eingesetzt, dass Sie die erforderliche Genehmigung der zuständigen lokalen marokkanischen Behörden aufgrund der Vorlage lediglich einer Bescheinigung unsererseits ohne Ticketausdruck (also VOR Ticketerwerb) erhalten können. Eine neue Bescheinigung (ohne Benennung der Notwendigkeit eines Tickets) erhalten Sie noch heute. Das marokkanische Außenministerium versprach uns, die allgemeine Genehmigung zur Ausstellung dieser Laissez-Passer für die Personen unserer Liste unverzüglich an die lokalen Stellen weiterzugeben.

Mit freundl. Gruß – Jörg Grotjohann   

Dazu kommen sogar gleich die Papiere für die Fahrt durch Marokko zu den Fährhäfen. Diese benötigt jetzt nur noch einen Stempel des „Pascha“, dem Vorsteher der örtlichen Polizeibehörde.

Das ist die Situation – und wir warten auf das „GO“ der Botschaft zur Buchung der Tickets.

Wir haben zwar etwas Hoffnung, rechnen aber nicht damit, dass wir am Donnerstag mit fahren können nach Malaga. Auf die GNV-Fähre nach Seth wollen wir gar nicht. Mit über 1.000 Euro für uns zu teuer und sie ist auch bereits ausgebucht … obwohl noch keine endgültige Bestätigung vorliegt, dass sie morgen planmäßig geht.

Es bleibt also spannend …