Aktuelle Situation – Ramadan – Grillen in den Mai

Aktuelle Situation – Ramadan – Grillen in den Mai

Marokko 25.04. bis 30.04.2020

Geht es Euch wirklich gut?

Das ist eine oft gestellte Frage von unserer Familie, unseren Freunden und inzwischen auch von unseren Lesern, Followern und Abonnenten.

Ja, uns geht es hier bei Aicha und Reinhard Schatz auf Ihrem Wohnmobil-Stellplatz bei Marrakech nach wie vor gut. Wir könnten uns keinen besseren Ort in Marokko in dieser Situation vorstellen. Dort haben wir neben dem Internet auch noch zusätzliche Informationen aus erster marokkanischer Hand.

Trotzdem zermürbt uns alle die Situation im Wechselbad der Hoffnungen. Wenn wir wüssten, dass wir in 4, 6 oder auch erst 8 Wochen sicher ausreisen können, wäre das besser, als die Ungewissheit und die fast täglichen Informationen über Fähren die gehen und dann wieder nicht.

Die aktuelle Situation:

Wir hoffen erstmal weiterhin, dass sich nach dem 30. Mai etwas tut und Spanien die Grenzen zumindest für Fähren wieder öffnet. In der Hoffnung, dass dann auch Marokko ein Einsehen mit uns hat und uns ziehen lässt. Denn das Problem ist gerade wirklich Marokko. Die lassen keine Fähren anlanden. Frankreich und Italien würden nämlich Fähren schicken, bzw. tun das auch. Nur ist es jedes Mal eine Lotterie, ob die Fähre dann eine Genehmigung zur Anlandung erhält. Bisher hat das meistens geklappt, jedoch nur mit erheblichen Mehrkosten. Aber wie lange lassen sich die marokkanischen Behörden die Pistole auf die Brust setzen?

Eines der größten Probleme ist die Kurzfristigkeit von Ankündigungen. Bisher war es bis zum Abfahrtstag nicht sicher, ob die Fähren wirklich fahren. Die Tickets müssen aber schon lange vorher gekauft werden und die Genehmigung für die Fahrt nach Tangermed ist nur ab 72 Stunden vor der Abfahrt der Fähre erhältlich.  Für uns nicht so das Problem, wir sind in ca. 10 Stunden am Hafen. Aber es gibt noch hunderte von Wohnmobilisten, die 1.200 Kilometer im Süden von Marokko und damit auch soweit von den Häfen entfernt sind. 

Es gibt 2 WA-Gruppen in denen ca. 400 deutschsprachige Camper sind. Da geht es ganz schön ab. Manche Tage bis zu mehreren Hundert Posts. Vor allem, wenn sich eine Änderung ergibt oder Neuigkeiten von den Botschaften kommen. Die Themen schwanken von „ist halt so“ bis zu blanker Panik wegen Kindern, Medikamenten oder Lagerkoller.

Es kommen auch viele Gerüchte in Umlauf, die dann von jedem interpretiert und kommentiert werden. Teils um die Informationen in die richtigen Bahnen zu lenken, teils aber auch um die Panik zu schüren. Da tummeln sich schon einige komische Gestalten hinter anonymen Namen. 

Offizielle Informationen der Regierung oder der Botschaften sind da eher rar gesät. Leider bekleckert sich die Deutsche Botschaft hier nicht mit Ruhm. So gab es vom 03. bis 18. April keinerlei Informationen – weder auf der Homepage, noch auf Facebook. Die Botschaften von Italien, Österreich und die Schweiz melden sich zumindest alle paar Tage und haben teilweise auch schon Fähren organisiert, die viele Camper aus dem Land gebracht haben.

Maren und Ralf, die früher auch im Raum Göppingen gewohnt haben, stehen immer noch in Tafraout. Sie haben sich jetzt ein Ticket für die Fähre am 23.05. nach Genua gekauft. Ob sie wirklich fährt weiß aber noch keiner. Die ausverkaufte Fähre am 05. Mai von Tangermed nach Sete wurde am 30.04. von GNV wieder mal wieder per SMS an die Ticketinhaber abgesagt. Als Ausgleich werden Gutscheine angeboten. War fast schon klar, denn sie hatten noch keine offizielle Genehmigung der marokkanischen Behörden. War also abzusehen. Aber erstmal Tickets verkaufen und kassieren – zumindest die Anzahlung von 25%, bei günstigen Angeboten auch die volle Summe.

Aber es sind ja ab heute noch 4 Tage bis zur geplanten Abfahrt. Dann kann man diese auch noch um ein paar Tage verschieben. Da könnte sie mindestens noch 5 mal wieder aktiviert und genauso oft wieder abgesagt werden.

Wir haben uns jetzt entschlossen, mindestens mal den 15. Mai abzuwarten. Bis dahin gelten die Einschränkungen in Spanien und bis zum 20. Mai die in Marokko. Irgendwann davor wird es hoffentlich eine weitere Verlautbarung geben, wie es weiter geht.

In Marokko scheint sich auch was zu tun: Heute, am 30. April verbreitet die marokkanische Presse Neuigkeiten: der am 19. März erlassene Ausnahmezustand bis zum 20. Mai soll nicht verlängert werden. Die Maskenpflicht bleibt erhalten und die Cafes und Restaurants bleiben weiter geschlossen. Grund für die Beendung der Maßnahme ist der Rückgang der Todesrate, vor allem im Vergleich mit anderen Ländern. So hat Marokko nur 5 Todesfälle auf 1 Million Einwohner – Spanien 525, Frankreich 373 und Deutschland 79.

Wir hoffen, dass sich das nicht mehr ändert und auch Spanien die Lockerungen der Corona-Einschränkungen wie versprochen am 15. Mai lockert und dann Schritt für Schritt erweitert. Damit werden dann irgend wann die Fähren auch wieder fahren und die ca. 3.000 Wohnmobile könnten nach und nach das Land in Richtung europäisches Festland verlassen.

Unwetter und 40 Grad nächste Woche

Ja, auch in Marokko regnet es.  Und wenn, dann richtig. Bereits am Abend hat es angefangen leicht zu regnen, begleitet von Gewitter. Aber nicht nur einem, sondern gleich 20 bis 30. Es hat andauernd irgendwo am Himmel geblitzt und leise gedonnert.

In der Nacht wurde das dann sehr heftig, bis hin zu Graupelschauern und sogar Hagel. In der Stadt und dem Umfeld von Marrakech hat es sogar regelrechte Überschwemmungen gegeben und aus Straßen sind in Sekunden reißende Flüsse geworden.

Auch der Campingplatz und das drum herum bildete teilweise eine große Wasserfläche. Der Boden ist so trocken, dass er das viele Wasser nicht aufnehmen kann.

Am Wochenende und nächste Woche soll es dafür ziemlich warm werden – bis zu 40 Grad. Nachts soll es sich aber immer abkühlen auf 17 bis 20 Grad. Also wenigstens kann man nachts gut schlafen – und tagsüber gibt es immer noch den kühlenden Pool.

Ramadan und Abendessen

Der Ramadan beginnt dieses Jahr am 25. April. Wir haben Aicha gefragt, ob sie uns trotzdem ein Abendessen anbieten kann. Eine für sie unverständliche Frage: natürlich kann „Mama Aicha“ ihren Gästen was anbieten. Sie darf ja nur nichts essen und trinken tagsüber – kochen ist kein Problem.  

Allerdings haben wir sie gebeten, die Suppe und die Vorspeise weg zu lassen. Das komplette Menü mit 4 Gängen war allen immer zu viel. Es gab paniertes Hühnchen mit Bratkartoffeln und als Nachspeise süße dünne Nudeln mit Rosinen, Zucker und Zimt. Aber wieder mal war es so viel, dass jeder noch eine Portion für den nächsten Tag mit ins Wohnmobil genommen hat.

Beschäftigungstherapie

Seit fast 6 Wochen sind wir jetzt hier auf dem Stellplatz der Familie Schatz in der Nähe von Marrakech und können den Platz nur zum Einkaufen verlassen.

Wird es einem da nicht langweilig? Also uns nicht. Wir sind immer noch damit beschäftigt, unsere Videos aufzuarbeiten. Bin auch auf einem guten Weg und noch zwei Videos, dann sind wir auf dem Laufenden.

Manchmal spielen wir Federball, Tischtennis oder Walken ein paar Runden um den Platz. Pro Runde sind das fast 500 Meter.

Die Tradition des abendlichen Treffs zu Tee und Gebäck von Aicha und Reinhard führen wir trotz der kleinen Camper-Truppe von 6 Personen weiter. Trotzdem man sich auch tagsüber sieht und miteinander spricht, gibt es immer was zu erzählen oder neue Infos auszutauschen. Jeder hat neben den bekannten Medien auch eigene Kanäle zur Informationsbeschaffung.

Seit ein paar Tagen gibt Reinhard beim Tee Unterricht in arabisch – jeden Abend 2-3 Wörter oder Formulierungen.

Nachdem ich den Beamer und den Flachbildschirm zum Laufen gebracht habe, gestalten wir abends manchmal auch ein Kulturprogramm. Reinhard zeigt eine 5-teilige Serie (ca. 10 Jahr alt) über das Leben von sich und seiner Familie, die vor ca. 10 Jahren im TV ausgestrahlt wurde. Ein spannendes Leben von Aicha und Reinhard mit ihren beiden Kindern, die seit fast 20 Jahren ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes Jahr in Marokko leben.

Tini und ich zeigen immer wieder eine unserer älteren Video Produktionen und auch die neuesten Youtube-Beiträge, damit sie nicht jeder auf dem Platz einzeln herunterladen muss. Oli hat eine kurze Fotoshow mit tollen Fotos vom Tarot-Park in der Toskana zum Besten gegeben.

Alle paar Tage wollen wir auch zusammen ein paar Filme ansehen. „Sonnenallee“ stand bereits auf dem Programm, die Känguru-Chroniken, Zoomania und Avatar sollen in den nächsten Tagen folgen.

Mal sehen, was uns zur Bespaßung noch einfällt.

Grillen in den Mai

Gestern haben wir einen Grillabend auf dem Platz veranstaltet. Oli hat dazu seinen kleinen Holzkohle-Schwenkgrill ausgepackt. Auf dem Speiseplan standen Seeteufel (von Oli frisch ausgenommen), Lammkottelets, Rindersteaks und Würstchen mit Gemüse (von uns aus dem Backofen) sowie als Nachtisch Obstspieße mit Schokoüberzug (von Birgit und Frank). Also essenstechnisch geht es uns immer hervorragend. Die Corona-Plauze wächst …

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